Wieso ihr an (mindestens) einem dieser 190 Gründerwettbewerbe im Jahr 2017 teilnehmen solltet – Gastbeitrag von René Klein von Für-Gründer

Geld- und Sachpreise, Feedback und Know-how, Zugang zu Investoren und mediale Aufmerksamkeit – das sind die größten Gewinne, die Start-ups bei der Teilnahme an Gründerwettbewerben winken. Auch 2017 stehen wieder zahlreiche Wettbewerbe an. Oder um es genau zu benennen: 190 Stück – die Zahl steigt von Jahr zu Jahr.

Grafik: Für-Gründer.de

Stets zum Jahresanfang analysiert Für-Gründer.de alle Gründerwettbewerbe, die in Deutschland stattfinden. Zu Beginn waren das 124, inzwischen ist die Zahl auf über 190 gestiegen. Rund 20.000 Bewerbungen gingen im Jahr 2016 bei Wettbewerben ein, 756 Start-ups wurden dabei von Expertenjurys prämiert. Gründerwettbewerbe liegen also im Trend. Kein Wunder, denn den Start-ups ist der Nutzen einer Teilnahme – fernab vom Preisgeld und der Auszeichnung – durchaus bewusst.

So hat das Münchener Start-up Braufässchen (http://www.braufaesschen.com/), das Bierbrausets vertreibt, berichtet, dass es ihre beiden Business Angels durch einen Zufall bei einem Get-together eines Gründerwettbewerbs kennengelernt hat. Und Coldplasmatech (http://www.coldplasmatech.de/), das ein neuartiges Pflaster für chronische Wunden entwickelt, berichtete Für-Gründer, durch die mediale Aufmerksamkeit bei Gründerwettbewerben von Investoren angesprochen worden zu sein.

Diese mediale Aufmerksamkeit bekommt ihr bei Gründerwettbewerben nicht nur durch eure eignen PR-Maßnahmen oder die des Veranstalters. Die meisten Wettbewerbe haben starke Medienpartner an Bord, die ihre Teilnehmer ebenfalls ins Rampenlicht stellen. Darunter sind oft regionale Partner oder Gründerportale. Das Engagement reicht bis hin zum ZDF, das beispielsweise Mitinitiator des Deutschen Gründerpreises ist. Der Gründerwettbewerb Neumacher ist von der WirtschaftsWoche ausgeschrieben, viel Aufmerksamkeit erhaltet ihr auch beim FOCUS Digital Star Award. Von Feedback und Know-how über Networking und PR bis hin zum passenden Investor: Die Teilnahme an einem Gründerwettbewerb kann ein Start-up also kräftig voranbringen.

2016 gab es 3,0 Mio. Euro Preisgeld

Aber natürlich spielt das Preisgeld bei der Teilnahme auch eine wesentliche Rolle und ist für die Sieger eine willkommene Starthilfe. Hier also die spannende Frage: Was gibt es – in Euro gesprochen – eigentlich zu gewinnen? Dazu drei Fakten aus dem Wettbewerbsjahr 2016:

  • 3,0 Mio. Euro wurden insgesamt von allen 163 Gründerwettbewerben ausgeschüttet.
  • Sechs Wettbewerbe verteilten insgesamt 100.000 Euro oder mehr an ihre Gewinner.
  • Das höchste Preisgeld, das ein einzelner Gewinner abräumen konnte, wurde beim „Start me up!“-Gründerpreis des Wirtschaftsmagazins BILANZ in Höhe von 100.000 Euro vergeben.

Jeder Wettbewerb ist anders

Eine ausgereifte Geschäftsidee braucht es für die Teilnahme nicht. Neben Wettbewerben, die auf Wachstum ausgelegt sind oder klassischen Innovationspreisen, gibt es auch Ideen- und Businessplanwettbewerbe, die euch bei der Weiterentwicklung eures Geschäftsmodells helfen. Besonders lohnenswert sind für euch die Wettbewerbe, die sich genau an eurer Gründungsphase orientieren und die entsprechenden Hilfeleistungen bieten.

28% aller Gründerwettbewerbe im Jahr 2016 hatten beispielsweise einen Branchenfokus. Das bedeutet, dass hier noch zielgruppenspezifischer als bei einem übergreifenden Contest Know-how vermittelt und Zugang zu strategischen Partnern oder potenziellen Kunden geboten wird. Insbesondere für Start-ups aus dem Bereich IKT, Life Sciences, Green Economy, Hightech oder Fintech gibt es ein großes Angebot.

Zudem lohnt sich ein Blick auf Wettbewerbe, die Gründer in der eigenen Region fördern: 59% aller Wettbewerbe im Jahr 2016 suchten junge Unternehmen aus dem eigenen Bundesland. Ähnliches war bereits in den Vorjahresausgaben der Für-Gründer Analyse festzustellen.

Trophäensammler sind nicht unbedingt die Gewinner

Zum Abschluss möchten wir aber noch einen kurzen Warnhinweis aussprechen, denn die Untersuchungen der vergangenen Wettbewerbsjahre zeigten auch: Die Teilnahme an zu vielen Gründerwettbewerben kann vom Kerngeschäft ablenken, da die damit verbundenen Aktivitäten viel Zeit und Kraft in Anspruch nehmen. Achtung also – „Gründerwettbewerbe können süchtig machen!“ Und auch wenn die Chance auf den Gewinn größer als 1 zu 140 Millionen ist, sucht euch ein bis drei passende Wettbewerbe aus, an denen ihr im Laufe eurer Gründung teilnehmen wollt und die euch wirklich voranbringen. Trophäensammler sind nicht gleichzeitig auch die wahren Gewinner. Am Ende des Tages zählt zwar der Erfolg – jedoch der bei den Kunden, nicht der, den euch Expertenjurys prophezeien.

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